Sexualität & Depression: Wenn die Partnerschaft leidet
Shownotes
Eine Depression verändert nicht nur das Erleben der betroffenen Person. Sie kann auch Sexualität, Kommunikation und Sicherheit in einer Partnerschaft beeinflussen. Dr. Stephanie Grabhorn spricht mit PD Dr. med. Jörg Signerski-Krieger darüber, warum Rückzug und emotionale Distanz häufig missverstanden werden, wie Paare Druck aus ihrer Beziehung nehmen können und weshalb gemeinsame Ressourcen ein wichtiger Teil des Weges zurück zueinander sein können.
Darum geht es in der Folge
- Warum kann sich die Sexualität während einer Depression verändern?
- Wie können Paare über Rückzug, Selbstzweifel und unterschiedliche Bedürfnisse sprechen, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen?
- Welche kleinen Schritte, gemeinsamen Erinnerungen und professionellen Gesprächsangebote können die Partnerschaft stärken?
Hören Sie jetzt die neue Folge von PsycheToday und erfahren Sie, wie Verständnis, eine klare Sprache und realistische kleine Schritte Paaren helfen können, während einer Depression in Verbindung zu bleiben.
Buchtipp Bücher von David Schnarch, Esther Perel und Ulrich Clement
Wissenskontor Signerski-Krieger, J., Schleifenbaum, L. Wechselspiel zwischen Depression und Sexualität. Nervenarzt 96, 153–158 (2025). https://doi.org/10.1007/s00115-025-01798-7
Zu Gast PD Dr. med. Jörg Signerski-Krieger ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Sexualpsychotherapeuten und Sexualmediziner. Er arbeitet als Chefarzt am Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn sowie im Funktionsbereich Psychiatrie und Traumatherapie des Asklepios Fachklinikums Göttingen.
Transkript anzeigen
00:00:05: Wechselölle Schwierigkeiten und das Gefühl zu haben, keine Emotionen mehr für die Partnerin zu haben ist ein klassisches Symptom der Depression.
00:00:16: Bitte davon nicht verunsichern lassen – sondern das geht wieder weg wenn die Depression verschwunden ist!
00:00:35: Herzlich
00:00:36: willkommen zu einer neuen Folge von Psycho Today.
00:00:39: Ich bin Stefanie Grappmann, ärztliche Direktorin der Blumenburg Privatkliniken und wir sind heute sozusagen zu Gast aber online bei Privatdozent Dr.
00:00:48: Jörg Signerski-Krieger.
00:00:50: Er ist einerseits Chefarzt für Psychiatriompsychotherapie in der Klinik des Asclepios Fachklinikum in Tiefenbrunn.
00:01:00: Und der ist stellvertretende ärztlicher Direktor in der Asclepius-Klinik in Göttingen.
00:01:05: Also verschiedene Aufgaben, das werden wir gleich nochmal genauer hören.
00:01:08: Wir sprechen heute mit euch und Herrn Dr.
00:01:11: Signeske Krieger über die Zusammenhänge von Sexualität bzw.
00:01:16: sexuellen Funktionsstörungen und Depressionen Und natürlich wollen wir wieder alles wissen über die Ursachen, die Behandlungen.
00:01:22: Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in diesem Problem das ja neben der Depression für Patienten und Patientinnen sehr belastend sein kann.
00:01:30: Ja Herr Dr.
00:01:31: Signerske Krieger danke dass Sie sich heute fürs Zeit genommen haben.
00:01:35: Danke für die Einladung!
00:01:37: Sie sind bei mir zu Gast die Einladungkammer eigentlich von Ihnen und schön dass ich über so ein wichtiges Thema reden darf.
00:01:43: Genau, weil kann ich immer spoilern.
00:01:45: Wir haben auch einen tollen Artikel habe ich gelesen und den möchte ich natürlich später auch noch mal besprechen was wir da alles lernen draus von Ihnen denn aus dem Artikel?
00:01:52: ja aber jetzt erstmal zu Ihnen.
00:01:54: vielleicht können Sie sich noch einmal ganz kurz für unsere Zuhörer und Zuhöhrerin einmal vorstellen?
00:01:58: Ich mache es relativ kurz, bin Facharzt für Psychiatrie um Psychotherapie gleichzeitig Sexualpsychotherapeutin, sexual Mediziner.
00:02:06: Ist gar nicht so häufig dass man Sexualtherapeuten und Sexualmedizine findet oder?
00:02:10: ich glaube das ist nicht so...
00:02:12: Nee das ist echt selten!
00:02:14: Die Zusatzbezeichnung Sexualmedizin gibt es noch nicht lange.
00:02:18: Ungefähr fünf Jahre xy, also ein bisschen mehr, ein bisschen weniger.
00:02:22: Davon gibt's relativ weniger und Sexualpsychotherapeut die gibt schon relativ lange ist aber kein geschützter Begriff.
00:02:30: Oh das auch!
00:02:31: Ich meine wir steigen hier schon richtig hart ein gerade aber das finde ich schon spannend.
00:02:35: Das heißt man saß sich Sexualtherapeut oder Sexualpsytherapeut?
00:02:40: Ne wie darf man sich nennen ohne dass man eine Weiterbildung hat?
00:02:42: Beide Sexual-Therapeuten, Sexualpsychotherapeut ist meines Erachtens kein geschützter Begriff.
00:02:47: Sexualmediziner?
00:02:48: Ja das ist eine Zusatzbezeichnung.
00:02:50: Okay gut zu wissen wenn man sich also an jemand wendet was man dann dazu heißt.
00:02:54: ja nicht dass alle die das anbieten jetzt nicht schlecht sind als aber trotzdem ist interessant zu wissen dass man da nicht qualifiziert der Ausbildung für machen
00:03:01: muss.
00:03:03: Ich kann ja direkt sozusagen Werbung machen, wenn sich an Personen wenden wollen die wirklich eine gute fundierte Ausbildung haben.
00:03:10: Dann gibt es ne Therapeut-Innenliste über die Seite der DGFS.info.
00:03:20: Die Therapeuten, die da drin sind haben alle nach der D G F S eine zertifizierte Fortbildung die über zweihundert Stunden geht mit Selbsterfahrung, Fällen und so weiter.
00:03:32: Die sind wirklich gut ausgebildet.
00:03:33: Aha!
00:03:34: Das sehen Sie wir sind ja schon richtig weit gekommen und haben noch ganz richtig angefangen eigentlich.
00:03:38: aber das ist eine super wichtige Info und kommt dann natürlich in diese Show-Nose wo man immer nochmal nachlesen kann und die Links oder sowas dazu findet.
00:03:46: Okay jetzt sind wir Schon eigentlich bei der Sexualität angekommen, aber wenn man jetzt erst mal Depressionen hört, denken ja die meisten Menschen eher an Unglücklichsein, Traurigkeit, Antriebslosigkeit.
00:03:56: Also das Thema Sexualität fällt jetzt auch so dem Durchschnittsbürger nicht als allererstes ein, wenn er an Depression denkt.
00:04:02: Wieso ist das so wichtig?
00:04:04: Obwohl es hier eine der Schlüsselsymptome ist, die Sexuellungslosigkeit der Depression.
00:04:09: Das heißt, es ist so wichtig weil es die Lebensqualität in ganz verschiedenen Bereichen beeinflusst.
00:04:15: Einmal für die Betroffenen selber aber auch für die Partnerinnen, also das Partnerkonstrukt und wenn das Partner-Konstrukt Schwierigkeiten hat mit Sicherheit auch für umliegende Familie.
00:04:30: Also Ist das ein großes Problem und gehört in die Symptome mit Reihen?
00:04:35: Steht aber, wenn ich mich jetzt so recht entsinne bei der ICD-C.
00:04:38: Das ist ja unser Kodierkatalog wo man so bisschen abgreift.
00:04:43: was sind so die Hauptsymptome.
00:04:45: Finde ich nicht so ein prominenter Stelle oder?
00:04:47: Nee, prominent nicht!
00:04:48: Aber ist ein sehr prominentes Symptom.
00:04:51: Also, wenn man sich anguckt wie viele Personen haben sexuelle Schwierigkeiten, sexuelle Funktionsstörungen bei einer Depression sind wir bei Werten zwischen sixty-fünf und achtzig Prozent
00:05:04: also fast alle.
00:05:06: Wenn man bei eighty fünf betrifft es jetzt fragen vielleicht mal eher die Männer oder eher die Frauen?
00:05:12: Die Zahlen sind ein bisschen unterschiedlich.
00:05:13: Frauen haben es häufiger als Männer.
00:05:14: aber die Frage Wie kann man die Daten werden?
00:05:18: Männer geben es, glaube ich, schlechter zu.
00:05:21: Das muss man immer mit hineindenken wahrscheinlich gleich bei beiden Geschlechtern.
00:05:27: Meinen Sie es liegt auch daran dass dann nicht so oft und nicht so öfter nach gefragt wird vielleicht also gerade Also wenn man jetzt in den ärztlichen Praxen guckt Ich kenne das ja auch in der niedergelassenen Praxis mit zur Arbeit mit relativ wenig Zeit.
00:05:40: Es geht schnell um Medikamentenverordnen.
00:05:42: einfach so weiter im Geschäft da so drauf einzugehen, solange und wirklich nach der Sexualität dann auch noch zu fragen.
00:05:50: Könnte ich mir vorstellen kommt manchmal zu kurz?
00:05:52: Und es könnte manchmal sein dass man sich nicht trau zu fragen vielleicht in einer oder anderen Situation.
00:05:57: also was wäre würden Sie sagen ist das Problem bei der Sache?
00:06:00: Also erstens das kommt deutlich zu kurze gibt's auch Studien zu?
00:06:03: Das nächste ist.
00:06:05: wir fangen mal sozusagen quasi bei Ada um Eva an.
00:06:08: Wir haben doch alle nie gelernt gescheit über Sex zu reden.
00:06:14: Wir haben es im Studium nicht gelernt.
00:06:16: Wir haben dann nicht gelernt in der Weiterbildung, sodass viele KollegInnen es gar nicht können das Thema Sexualität adäquats zu artikulieren quasi ein passendes Vokabular zu finden.
00:06:30: Dann würde ich jetzt gleich mal fragen, beraten Sie mich als Kollegin sozusagen wie spreche ich es denn jetzt eigentlich am besten an?
00:06:37: Was ist denn ein adäquiates Ansprechen?
00:06:39: wenn ich jetzt einen Patienten habe ja viele Patienten mit Depressionen oder auch Patientinnen Wie würde ich's adäquat machen, damit ich es richtig mache?
00:06:46: Vielleicht entdecke ich das.
00:06:47: Ich was falsch mache.
00:06:49: Ich glaube ums richtigmachen geht gar nicht sondern es gibt einfach darum ist zu artikulieren sozusagen ja gibt's denn bei ihnen Probleme in der Partnerschaft gibtes Probleme mit ihrem sexuellen erleben?
00:07:01: auch wenn das Wort Sexuelserleben benutzen will weiß ich nicht mit der Sexualität.
00:07:05: also man muss ja dann auch eine adäquote Sprache finden damit dass gegenüber damit etwas anfangen kann
00:07:11: Genau.
00:07:11: Okay, genau da komme ich auch noch zum nächsten Punkt wie die Patienten das dann beschreiben?
00:07:17: Also ist es nicht auch eine Hemmung vielleicht der Patienten das im Detail zu erklären weil es ja schon auch wichtig.
00:07:22: was ist da das Problem?
00:07:24: Das Spannende ist wenn man's anspricht kriegt man relativ gute Antworten.
00:07:31: was man natürlich als Psychotherapeutin als Arzt Ärztin machen muss ist dass passende Vokabular liefern.
00:07:40: Also die können dann sagen, da ist irgendwas.
00:07:42: Da steht was nicht und muss man gucken.
00:07:44: wie kriegt man das sozusagen in eine adäquate Sprache übersetzt?
00:07:47: Das heißt manchmal fehlen bei dem Patient in den Wörter aber dafür wären wir ja darum mit unserer Sprache zu helfen.
00:07:55: Aber quasi den Kollegen fehlt manchmal diese Sprache Sie haben sie selber nicht!
00:07:59: Das heißt deswegen plädieren Sexualmediziner, Sexualpsychotherapeutin Dafür der Sexualität im Studium In der Ausbildung an größeren Raum zu müssen.
00:08:10: Ja, und ich denke kleinerweiten Effekt ist nicht nur die Depression weil der das ein Thema ist.
00:08:15: insofern würde es ja auch alle möglichen Krankheitsbilder betreffen.
00:08:20: Wir sehen dass also alle psychischen Erkrankungen haben einen Einfluss auf die Sexualität.
00:08:24: denken wir an die Bolleinerkrankung Denken wir an ADHS also an Angsterkrankungen.
00:08:29: Zwänge haben häufig sexuelle Inhalte.
00:08:32: Also was ist überall ein Thema?
00:08:37: Okay, ich sollte mir doch mal ein extra Podcast machen über Sexualmedizin.
00:08:41: Allgemein!
00:08:42: Da können wir Stunden lang drüber reden.
00:08:44: also da werden wir den Podcast sprengen.
00:08:47: Deswegen sage ich ja müssen noch einen machen damit...
00:08:49: Ja ich sag Ihnen das der wird auch gesprengt.
00:08:51: dann können wir stunden darüber reden.
00:08:52: Ich finde es total spannendes Thema und wichtig.
00:08:54: Ich bin mir auch ziemlich sicher dass das viele Leute interessieren wird weil vielleicht auch nicht so viel drüber geredet wird und dann entsprechend das Interesse.
00:09:00: da ist es aus dem Podcast eben zu erfahren.
00:09:03: Aber ich würde jetzt noch mal darauf eingehen wollen, speziell bei den depressiven Patienten.
00:09:07: Wie erleben die denn die Einschränkung in der Sexualität?
00:09:10: Ist es einfach nur weil sie keinen Antrieb haben?
00:09:12: oder was würde man da so hören von dem depressiven Patient?
00:09:15: und was das Problem ist?
00:09:18: Der Hauptproblem ist erst einmal die Sexuerlustlosigkeit.
00:09:20: Ich empfinde nichts mehr, ich habe keine Lust mehr.
00:09:23: Ein anderes Problem, was erstmal nichts mit Sex zu tun hat ist... ...ich empfande keine Nähe mehr, keine Emotionen meiner Partnerin gegenüber mehr!
00:09:31: Und das ist auch sehr, sehr belastend zu sagen.
00:09:34: Lieb ich dieser Person überhaupt noch?
00:09:35: Mag ich die überhaupt
00:09:36: noch?".
00:09:38: Okay
00:09:39: und wer denn auch vielleicht veränderte Sexualitäten als erstes anzeichnt oder kann es sein dass das ein erstes Anzeichen für eine Depression ist, dass man sich da schon fragen muss kommt das vielleicht aus einer Quelle?
00:09:53: Ich mag nicht die Frage bejahen, ja es kann sein.
00:09:57: Aber die sexuelle Lustlosigkeit per se hat so viel verschiedene Ursachen dass man das mit Sicherheit wenn ich jetzt als Ärzte in meiner Patientin gegenüber sitze daran denken muss daßes eine Depression ist.
00:10:10: aber als Laie würde ich erst mal nicht sagen weil es kann sei dass ich depressiv bin.
00:10:15: Es hat so viele Facetten, so viele Ursachen warum man lustlos ist.
00:10:20: Das muss doch nichts krankhaftes dahinterstecken.
00:10:22: es kann einfach nur gestörte Pardynamik sein.
00:10:25: Es gibt verschiedene Dinge oder einfach wenn man stressert also die Ursache für sexuelle Lustlosigkeit sind erheblich
00:10:32: und beschreiben die Männern und Frauen diese sexuelle Lustlosigkeit oder das Dessertress an der Sexualität irgendwie anders?
00:10:38: Also ist es so dass die Männer mit anderen Themen kommen und es anders empfinden als die Frauen.
00:10:45: Die Männer haben meistens ein bisschen mehr Leistungsdruck.
00:10:48: Sie empfinden sich als Mann, wenn es sozusagen im sexuellen gut funktioniert.
00:10:53: Sie möchten eine Leistungsdrück spielt da eine größere Rolle.
00:10:56: Und
00:10:57: die Frauen haben das nicht
00:10:59: so?
00:10:59: Nicht so Leistungs druck wie die Männer.
00:11:01: Die leiden auch darunter dass keine Nähe da ist.
00:11:03: Die Leiden eher unter der fehlenden Nähe.
00:11:06: aber dieser Leistungs-Drucktien sehe ich eher bei den männlichen Patienten.
00:11:09: Vielleicht können Sie mir dann noch mal ein bisschen erklären, wie das in den Partnerschaften erlebt wird.
00:11:15: Also wie geht man da?
00:11:17: Wie gehen die da erstmal mit diesem sexuellen Problem um in den Partnerschaften wenn einer der beiden Betroffenen da depressiv ist?
00:11:24: Ich muss sagen es ist sehr individuell aber es gibt so ein paar Parallel also ein paar Dinge die man schon sagen kann.
00:11:31: Der nicht depressive Teil in der Partnerschaft hat nicht selten das Gefühl Warum passiert da nichts mehr?
00:11:39: Bin ich nicht mehr attraktiv, mache ich irgendetwas falsch stellt sich selber in Frage.
00:11:45: Die Person die depressive ist möchte sozusagen dem gesunden Partner ja sozusagen noch mit Intimität zur Verfügung stehen.
00:11:55: stellt sich selbst Unterdruck zusätzlich kommt so ein Gefühl von.
00:12:01: habe ich dann überhaupt noch Empfindungen meinem gegenüber?
00:12:05: Und wir haben bei achtzig Prozent der Paare massive, pardynamische Schwierigkeiten.
00:12:09: Und während einer depressiösem Episode haben wir bis zu fünfundvierzig Prozent die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Paar trennt.
00:12:17: Das ist quasi ein massiver Druck, der diese Depression auf die Partnerschaft setzt.
00:12:22: Dass es nicht nur die Sexualität sondern all das ganze... Die ganzen Symptome der Depression machen einen großen Einfluss auf die Partnership und auch gesunde Teil der Partnerschaft, also der Partner denn nicht erkrankt ist.
00:12:38: Zeigt sozusagen depressive Symptome oder kann depressive Symptome zeigen.
00:12:44: und je schwerer die Depression ist, je ausgeprägter sind die sexuellen Schwierigkeiten und je ausgeprägt er kann auch beim Gegenüber sozusagen so eine depressive symptomatik auftreten.
00:12:59: Stelle ich mir irgendwie als so ne sich selbst erhaltenes System irgendwann vor?
00:13:04: Ja
00:13:05: Das dreht sich dann im Kreis, man hinterfragt sich.
00:13:08: Dann kommen noch die Medikamente hinzu, die die Depression verschlechtern.
00:13:13: Dann Krankenhausaufenthalte, die dazu führen dass man ja keine Intimität mehr leben kann.
00:13:17: das ist zu einer Distanz kommt.
00:13:19: wenn Sie sich vorstellen bei uns in der Psychotherapie wir haben auf den Zahlsdauern von zwölf Wochen und zwölfe wo man fast nur in der Klinik ist kaum Zuhause.
00:13:27: Das sagt für eine Distanz.
00:13:28: Die Distanz kann gut tun, aber kann auch zu einer weiteren Distanz in der Paarbeziehung führen.
00:13:33: All das hat einen Einfluss auf die Palinamik und auf die
00:13:36: Sexualität.".
00:13:37: Also ich würde gleich nochmal über die Medikamente sprechen, die ja bei der Depression durchaus wirksam sein können dann aber eher das sexuelle Problem noch verschärfen können.
00:13:46: Aber gibt es denn jetzt mal abgesehen von der Medikation?
00:13:48: Wie würden Sie denn da jetzt intervenieren, dass das Paar da erstmal vielleicht aus diesem Teuselskreis
00:13:53: rauskommt?".
00:13:54: Das erste was man macht ist Validierung, zuhören und Verständnis schaffen.
00:13:59: Und dann Endpatilogisierung.
00:14:02: das heißt sagen wir dass es ganz normal das gehört bei dieser Erkrankung dazu sie sind nicht besonders Sie sind nicht irgendwas.
00:14:09: da ist nicht irgendwas was deutlich schwieriger ist bei anderen sondern das gehört dazu.
00:14:14: Wir nehmen also Druck aus der paar Beziehungen heraus dadurch dass wir da sagen das ist Teil der Erkrankung und das im Paargespräch oder quasi auch im Einzelgespräch.
00:14:27: Das führt schon für eine deutliche Entlastung, das heißt boah ich bin nicht der Schuldige!
00:14:31: Das ist meine Erkrankung oder die gesunde Partnerin.
00:14:36: Es liegt nicht an mir sondern es liegt an der Erkrankung.
00:14:38: wir müssen da gemeinsam durchstehen.
00:14:41: Das Tolle ist wenn Paare dass gemeinsam durch stehen dann zeigt sich auch in Studien, dass die daraus eine Ressource ziehen können, dass danach Partnerschaften durchaus stabiler sein können.
00:14:52: Ja genau, das wäre nämlich meine Frage.
00:14:53: Das ist eher denke wie ist denn dass wenn man das also eine Depression geht ja natürlich nach hoffentlich sechs Monaten oder ähnlich weg aber es gibt da durchaus auch Leute die deutlich länger depressiv sind und wie wie's dann ist?
00:15:05: wird dieses Falt das dann jemals wieder auf?
00:15:07: wann hört das überhaupt wieder auf?
00:15:09: Geht jetzt noch mal weg oder muss ich damit jetzt leben dass ich ein Partner habe oder der Partner selber denkt Ich werde jetzt für immer so bleiben?
00:15:15: Wie gehen Sie damit um?
00:15:17: Wenn es einen Zeitdruck entsteht natürlich irgendwie doch bei so einem Paar könnte ich mir vorstellen
00:15:21: Hoffnung machen und Druck rauszunehmen.
00:15:23: Das ist auf jeden Fall besser wird.
00:15:26: Und was auch häufig so eine Frage ist, das liegt an meiner Partnerin, dass ich depressiv bin.
00:15:33: Wenn die nicht mehr da ist dann geht es mir doch besser.
00:15:37: In den Studien zeigt sich eher, dass die Depression ursächlich für die Paar Schwierigkeit ist.
00:15:42: Es ist viel deutlich häufiger als dass die Paarschwierigkeit ursätzlich ist.
00:15:50: Das heißt, die Empfehlung ist erstmal die Depression sozusagen.
00:15:53: Die Heilung abzuwarten und dann zu gucken wie sieht denn dann die Partnerschaft aus?
00:15:58: Das heißt außer Depression heraus erst mal wenn wir nichts Objektives wie irgendwelche Gewaltssachen in der Partnerschaft haben erstmal keine Entscheidung zu treffen.
00:16:08: Ja sollte man ja so grundsätzlich in der Depression eh keine wilden Entscheidungen treffen weil man ja nicht so ganz man selbst ist sozusagen.
00:16:15: Aber ich finde, ein Phänomies würde ich trotzdem mal gerne an dieser Stelle ansprechen.
00:16:18: Ist hier manchmal das Leute die lange in der Klinik sind?
00:16:22: Dann plötzlich anfangen, ich sage mal flörtige Beziehungen in der Depression mit anderen Patienten anzufangen und dass jetzt auch nicht gerade tröstlich für den Partner, der zu Hause wartet, dass die Depression demnächst weggeht.
00:16:33: Vielleicht können wir das trotzdem mal ansprechen weil es ja auch durchaus der Fall ist.
00:16:37: und wie so ist das eigentlich so.
00:16:39: Also erstens ich kenne dazu keine Studien muss ich echt sagen.
00:16:42: aber ich beobachte das gleiche auch Und ich habe eine Hypothese als Erklärung.
00:16:47: Wenn ich Anflänge zu flirten, dann kriege ich ja ein positives Feedback das fühlt sich gut an und wenn ich mich dann verliebe dann passiert da oben so viel Schönes dass die Depression deutlich geringer wird und diese Verliebtheitsphase krieg' ich ja in der Partnerschaft quasi gar nicht mehr so hin.
00:17:03: diese ersten drei vier Wochen Das ist ja eher ne andere Art von zusammen seiner anderen Art von Emotion.
00:17:10: und was man sagen muss ist Wenn ich jetzt am Psychotherapeutische Sachen denke, die sitzen ja bei uns vor der Station draußen im Park unterhalten sich.
00:17:23: Das heißt sie bekommen ja ein ganz anderes Feedback von ihren Mitpatienten fühlen sich verstanden.
00:17:28: Die haben das gleiche wie ich.
00:17:30: dieses Verständnisgefühl führt ja quasi auch für zusammen Zusammenhörigkeitsgefühl und daraus kann sich natürlich an Verliebtheitsgefühl entwickeln.
00:17:40: Und ich würde noch sagen, manchmal habe ich auch den Eindruck und ich glaube da gibt es auch Hypothesen dazu.
00:17:44: Dass man vielleicht aus der Therapie ein bisschen abhaut indem man sich ablenkt mit schönen Dingen die einen dann eben nicht so tief in den therapeutischen Prozess reinbringen wo man vielleicht sich mit sich auseinandersetzen müsste und dann ist es doch schöner so ein bisschen rum zu fleurten.
00:17:59: Sie sprechen gerade einer meiner Lieblingsthemen an die wir heiß diskutieren wo ich eine Meinung zu habe und zwar geht's ja darum Es gibt ja Kliniken die sagen im stationären Alltag zu verlieben, in stationeren Alltag mit Mitpatienten Sexualität zu leben sorgt dafür dass man entlassen wird.
00:18:18: Ich finde diese Haltung schwierig weil wenn wir das so sozusagen formulieren schieben wir normales menschliches Verhalten unter den Teppich und bekommen das ja als Psychotherapeut ihnen gar nicht mit was zwischen passiert.
00:18:39: Die leben ja relativ eng zwölf Wochen lang zusammen, ich habe gerade hier eine Jugendstation von achtzehn bis fünfundzwanzig jährigen da.
00:18:45: Da ist viel auch noch sozusagen an Verliebtheit.
00:18:49: halt da.
00:18:50: was mir psychotherapeutisch viel wichtiger ist das nicht dieses verbot da ist sondern dass wir das in der Therapie besprechen können und gucken können.
00:18:58: wie gehen wir damit um?
00:19:00: Und dafür plädiere ich quasi.
00:19:02: Ich bin kein Freund von Verboten, was ... Nee
00:19:06: so, als wir zur Hand haben wie das übrigens im Blumenbogen auch weil wir machen es schon zum Thema und gucken was bedeutet das?
00:19:11: Was heißt das?
00:19:11: Warum passiert es gerade jetzt und warum mit diesem oder der Patientin und so genau?
00:19:16: Interessant trotzdem!
00:19:17: Es gibt mehrere Aspekte und die wollte ich nachher mal beleuchtet haben.
00:19:20: dazu Ja Okay, wollen wir mal auf die Medikamente kommen?
00:19:24: Weil jetzt sollen sie ja eigentlich helfen und ich bekomme meinetwegen als depressiver Mann.
00:19:29: Jetzt einen sogenannten SSI also einen Serotonin Reuptakemmer und dann geht mein Serotoninspiegel hoch.
00:19:35: Und jetzt erklären Sie uns doch bitte warum.
00:19:37: ist das vielleicht
00:19:39: ein Problem?
00:19:39: Wahrscheinlich hat der Serotoninen-Rezeptor es verbunden mit verschiedenen sexuellen Funktionen, die bis in den Rückenmark hineingehen.
00:19:48: Wir haben bei den SSRIs ein Risiko von sexuellen Funktionsstörungen, Beining-Präparaten um das twentyfache erhöht.
00:19:57: Das ist echt viel!
00:20:00: Das heißt zu achtzig Prozent, zu eighty fünf Prozent.
00:20:05: wenn ich das gebe werde ich zusätzlich zum Risiko durch die Depression noch das Risiko erhöhen eine depressive Funktion zu bekommen.
00:20:19: ein Medikament aussuche, muss ich immer überlegen was will ich denn damit erreichen.
00:20:26: Also ich möchte jetzt keinen Bashing bezüglich an die Depressiva machen weil sie machen echt Sinn.
00:20:31: aber ich muss zielgerichtet überlegen welches depressive Symptom ist das?
00:20:36: Was sich angehen möchte?
00:20:39: und dann muss ich mit dem PatientInnen besprechen welche Nebenwirkungen sind in überhaupt tolerabel?
00:20:47: Und wenn eine Person sagt, Sexualität ist mir unwahrscheinlich wichtig.
00:20:51: Ja dann kann ich kein SSI einsetzen!
00:20:54: Es gibt ja durchaus Präparate wie Metazapien, Bopropion und Argumellatine die keinen oder nur einen sehr geringen Effekt auf die Sexualität haben so dass sich aus dem Podporif von Andidepressivern quasi zielgerichtet das Aussuche was ich gerade haben möchte auch an Wirkung.
00:21:17: Okay, noch mal so für unsere Leinti zu hören.
00:21:19: Also diese SSIs, die erhöhen halt den Serotonin-Spiegel und die anderen Apparate, die sie genannt haben, wirken entweder bei einem anderen Weg oder erhöhen eher Dopamin oder nur Adrenalin, sodass diese beiden Stoffe nicht so stark stören weil das Serotoninen stört eben die Sexualität.
00:21:36: Ich gieße noch mehr Essig in den Wein.
00:21:41: Wir haben sogar bei den SSRIs oder bei den SNRIs, also die sozusagen alle diese Präparate wirken ja auf dem serotoninem Rezeptor einen Phänomen was dazu führt dass wenn man das präparat absetzt es zu dauerhaften sexuellen Schäden kommen kann obwohl das Präperat nicht mehr da ist.
00:22:01: Man nennt das PSSD Post Serotonin Sexual Dysfanschen-Syndrom.
00:22:13: Es gibt eine israelische Studie dazu, ein Prozent aller Betroffenen mit dem SSSI Behandlung leiden laut der israelischen Studie daran.
00:22:22: ich glaube dass die Zahl nicht so hoch ist aber irgendwie das sind Marken die wir wissenschaftlich gerade haben.
00:22:29: Diese Patientinnen leiden massiv darunter, die haben eine genitale Taubheit empfinden da unter nichts.
00:22:36: Die haben auch noch andere Symptome, Spermaqualität kann zurückgehen, sie haben so eine emotionale Abgestumpftheit und das lässt sich relativ schwer behandeln.
00:22:45: Wir haben eine Spezialsprechstunde oder ich leite eine Spezialsprechstundedat zu jetzt nicht immer Sklippiuskonzern sondern an der Uni wo wir uns mit diesen Fällen auseinandersetzen.
00:22:55: Wir habe im Moment noch keine Möglichkeit sozusagen zielgerichteten Medikamentös vorzugehen, weil wir nur Hypothesen haben was dahinter steckt.
00:23:05: Möglicherweise ist es so dass bei diesen Patientinnen die Neuroplastizität also die Fähigkeit des Gehirns der Neurone sich sozusagen zu verändern reduziert ist.
00:23:17: Wir also eine Nebenwirkung durch das SSI induzieren aber aufgrund der reduzierten Neuroplastizität diese Nebenwährung nicht verschwindet.
00:23:29: Man kann mit bestimmten Aminosäuren und bestimmten Übungen zur Masturbation ein Erfolg erzielen.
00:23:38: Aber es gibt dazu keinen, die Studien sind zu klein um eine klare Aussage dazu zu machen.
00:23:43: Also übersetzt das mal so ein bisschen für unsere Leinen wie ich jetzt auch verstehen würde ist mein Gehirn hat sozusagen durch das SSI jetzt gelernt Sexualität nicht zu erleben.
00:23:53: Dann meine Neuroplastizität heißt ja mein Lernsystem, meine Nerven die sich wieder bilden.
00:23:59: Die jetzt eigentlich wenn das Medikament weg ist müsste es rückgängig gemacht werden.
00:24:02: aber mein Gehirn verpasst es sozusagen das wieder zu erlernen, die Sexualität und dass was sie als Übung einbauen ist sozusagen um das Gehirnen wieder zu trainieren, die Sexualität wiederzuerleben plus die Amino-Urbanon die vielleicht auch unterstützen in der Neuro-Plastizität.
00:24:17: also das heißt ja das Neuro Plastizidät heißt ja dass neue Nervenzeilen wieder gebildet werden, neue Bahnen wieder entstehen.
00:24:23: Ja, also wir geben gleichzeitig sozusagen einen Aminosäuen L-Arginin und L-Karinitinin eine relativ hohe Dosis.
00:24:32: Okay!
00:24:32: Und jetzt würde ich natürlich so als auch psychosomatisch bewanderte Mensch sagen ja aber sind die wirklich durch diese Substanzen so beeinflusst?
00:24:41: oder ist es vielleicht auch ein paar Prozent die da das angeben somatophorm Störungen einfach?
00:24:45: Also im Sinne von ich erlebe da etwas was aber eigentlich nichts mit dem SSI mehr zu tun hat kann es nicht auch sein dass dabei ein Paar dabei sind?
00:24:53: Na, ich würde sagen nicht ein paar.
00:24:55: Also wir haben eine Studie gemacht und wir haben uns sozusagen diese PatientInnengruppe angeschaut.
00:25:01: Wir haben ungefähr ... Ich habe hundertfünfzig Personen mit dieser Störung gesehen um wo ich sage bei fünfundzwanzig Personen bin ich mir sicher dass dieses Symptom vorliegt.
00:25:11: Viele haben vom SSI also sie merken relativ wenige von denen haben das.
00:25:20: Ich sehe dabei Patienten, die noch schwer depressiv sind und eher so eine wahnhafte Komponente da drin haben.
00:25:25: Persönlichkeitsstörungen, besonders nazistische Persönlichkeit-Störungen also ein ganzes Portpourri von Ursachen, die man gleichzeitig noch sehen kann.
00:25:39: aber dieses Symptom gibt es.
00:25:43: wo wir mal ganz klar sagen ja PSSD ist vorhanden, da ist sich die Wissenschaft eigentlich auch einig.
00:25:49: Also total interessant, das alles am anderen zu unterscheiden ist wahrscheinlich auch nicht einfach.
00:25:53: Aber finde ich es total spannend.
00:25:55: Das wusste ich wirklich noch nicht dass das Serotonin sozusagen auch noch nachträglichen Schaden anrichten kann bei einer kleinen Patientenzahl.
00:26:03: Man muss dazu sagen Ich habe ja keinen Test dafür kein Laborparameter.
00:26:08: Das heißt Es ist eher eine Ausschlussdiadienose.
00:26:10: Ich mache ne sehr ausführliche Anamnese mit meiner Hypothese im Kopf das PSSD zu widerlegen.
00:26:18: quasi gewissenschaftlich da dran und guck kann ich das wieder widerlegen.
00:26:23: Und wenn ich es nicht schaffe, dann sage ja dass es PSSD ist wahrscheinlich.
00:26:26: Vielleicht nochmal aus der Perspektive der Angehörigen gefragt was das kann ich denn machen um meinen Partner oder meine Partnerin zu unterstützen außer dass ich Abwarte- und Druck rausnehme um jetzt irgendwie so hilfreich zu sein in der Beziehung?
00:26:40: Dass das wieder funktioniert mit der Sexualität irgendwann.
00:26:44: Abwarten und Druck herausnehmen
00:26:48: aber ganz schön wenig, wenn man sich da so ein bisschen... also ich stelle mir das schwierig fort.
00:26:52: Wenn Sie das den Angehörigen sagen, dass sie dann immer so sagen achso, das ist ja super.
00:26:57: vielen Dank für diesen Rat!
00:26:59: Also muss mal gucken.
00:27:00: und wie kann man Intimität wieder in die Partnerschaft hineinbringen?
00:27:06: Wie kann man nähe aufbauen?
00:27:07: Nähe aufbau'n nicht im Sinne nur von Sexualität sondern emotionaler Nähe um wieder eine Grundlage im Nährboden für Sexualität zu schaffen.
00:27:18: Darum geht es.
00:27:20: Und dann zu gucken, also wie gehen wir damit vor?
00:27:23: Patientinnen kommen zu mir.
00:27:26: Ich biete das allen unseren Patienten in den hier auf dem Gelände an und es kommen alle zwei drei Wochen.
00:27:31: kommt irgendwer zu mir und sagt ich habe Schwierigkeiten gerade mit meiner Sexualität weil ich bin depressiv Hör ich mir das an validiere dass er erkläre das.
00:27:45: Dann biete ich folgetermine an.
00:27:46: Wenn Sie möchten, können Sie noch mal kommen.
00:27:48: Dann kommt irgendwann das Thema ja wie gehe ich denn in meiner Partnerschaft damit um?
00:27:53: Und dann biete ich an Paargespräche und das ist meistens ein Gespräch, ein Beratungsgespräch manchmal ein zweites.
00:28:03: Die Patientinnen überlegen sich, dass Obstes wollen.
00:28:05: Manchmal sagen sie es ist mit zu früh.
00:28:07: Ich habe gerade ganz andere Themen und es ist irgendwann am Ende der Behandlung dann nochmal Thema und dann kommen die mit ihrer Partnerin zu mir, dann wird nochmal erklärt wie sie das erleben.
00:28:18: Wir erlebt die Partnerin und dann wird auch wieder das Pathologische rausgenommen sozusagen geschaut dass man es beide für einander Verständnis haben, dass sich beider auch von mir verstanden fühlen und dass die merken das liegt an der Erkrankung.
00:28:33: Das nimmt schon mal Druck raus und dann kann man Übungen aufgeben um die Intimität wieder zu fördern.
00:28:40: Intimitet wieder fördern heißt man kann sich mal bewusst verabreden bewusst verabreden, um Zweisamkeit zu erleben.
00:28:49: Beim Bewusstverabrede muss man folgendes aber bedenken es gibt den sexuellen Konsens.
00:28:54: das heißt man kann jederzeit nein sagen wenn's einem zu im Team ist und auch dass muss man sozusagen vermitteln.
00:29:02: Es gilt ja beim Sexualkontakt nicht wer a sagt muss auch b sagen sondern wenn man sich auf A einlässt muss es nicht zu bekommen, sondern man kann jederzeit sagen jetzt reicht's mir.
00:29:13: Jetzt ist es mir genug.
00:29:14: Wir können vielleicht beim nächsten Mal weiter machen und das muss auch klar sein dass da sozusagen kein Automatismus da ist um den Druck rauszunehmen.
00:29:21: Es ist auch interessant, dass wenn ich so eine Art Theateraufführung schon vor sich habe wie man das alles zu gestalten hat und denkt okay wenn ich nicht also bis zum Ende alles durchspiele dann bin ich hier nicht in der richtigen Sexualität.
00:29:32: Das wird auch mal anderen einen anderen Blick drauf
00:29:34: bekommen.
00:29:35: Genau!
00:29:36: Das
00:29:37: kann ja vielfältig sein.
00:29:38: Man setzt sich zusammen, ein Beispiel ist bitte nicht dass jeder das jetzt umsetzt man kocht zusammen um irgendetwas gemeinsam zuzumachen.
00:29:46: Ja dann kann man sich erforschen man probiert miteinander die Speisen unterhält sich dabei kommt in Kommunikation.
00:29:53: Dann kann es sein dass daraus mehr wird mehr Intimität wird.
00:29:56: Es kann aber auch sein dass einfach nur der erste schöne gemeinsame Abend ist wo man mal wieder ein gemeinsames Erlebnis hatte.
00:30:04: was ich für den Sexual-Terepoiten immer ganz gut anbietet ist, zu überlegen welche Ressourcen hat das Paar?
00:30:11: und Ressorzen stecken häufig im Kennenlernprozess.
00:30:14: Ich nenne ein Beispiel von einem Paar was ich hatte.
00:30:16: deswegen kam mich gerade aufs Thema Kochen.
00:30:18: die haben sich all Studierende kennengelernt und zusammen erstmal in paar Monate zusammengekocht.
00:30:23: Die waren bisschen schüchtern als Studierenden die haben sie schon toll gefunden aber nicht getraut irgendwas zu sagen.
00:30:29: und dass gemeinsame kochen hat die irgendwie zusammen gebracht.
00:30:34: Und die haben dann, der Mann hatte eine Depression, haben dann wieder das Kochen gemeinsam angefangen.
00:30:41: Wieder aufleben lassen was sie über Jahrzehnte nicht gemacht haben und daraus hat sich dann wieder die Intimität entwickelt.
00:30:49: Das heißt als Sexualtherapeut kann es wichtig sein zu gucken wo stecken den Ressourcen in dieser Paarbeziehung wie kann man die für den Prozess nutzen?
00:30:59: Also gerade diese Anfangsphase, wo man sich noch Dinge miteinander mehr gemacht hat wieder aufzugreifen.
00:31:04: Genau!
00:31:05: Und wie gehen Sie dann damit Enttäuschung um?
00:31:07: Ich könnte mir gut vorstellen, dass die jetzt... Es könnte ja auch sein, man ist jetzt ganz motiviert und kocht.
00:31:11: Und der eine denkt sich, oh Mensch das wäre total schön!
00:31:13: Und ich sag mal jetzt sehr depressiv wird.
00:31:15: vielleicht denken Gott also, wie die jetzt wieder da den Kochlöffel rührt, ich kann es gar nicht aushalten.
00:31:20: Ich glaube, ich muss jetzt hier raus aus der Küche.
00:31:22: Das kann ja auch dazu führen, dass man dann eher wieder enttäuscht ist und denkt, das hat mir so schön angefangen.
00:31:26: Der eine ist enttäuscht, dass er nicht mitmachen konnte, der andere ist enttauschst, dass derjenige aufs der Küchen ausgeht.
00:31:31: Wie macht man das denn?
00:31:33: Nicht unbedingt immer sofort erfolgreich, darum gibt's mir.
00:31:37: Also wenn die dann zu mir... Einige Paare kommen bei mir zur Sexualpsychotherapie, die begleite ich dann um es wieder hin zu bekommen.
00:31:45: Ich gucke immer auf den positiven Teil.
00:31:48: Wir neigen ja dazu das negative zu fokussieren und das negative immer zu sehen.
00:31:55: aber allein dadurch dass sich das Paar quasi zusammengesetzt hat, den Mut gehabt hat zusammen zu kochen ist ja etwas in der Paardynamik passiert.
00:32:07: Und die wollen ja auch meistens nur miteinander arbeiten und sich dem Thema widmen, wenn sie wirklich noch Interesse aneinander haben um sozusagen die Partnerschaft aufzubauen.
00:32:18: Also richtig ein Disaster sehe ich eigentlich selten sondern die bemühen sicher beide.
00:32:23: wir gehen ja auch therapeutisch daran auch im Einzelkontakt gehen wir ja therapeutisch immer daran dass wir sagen Unsere Patientinnen wollen sich verändern, sie wollen etwas erreichen.
00:32:35: Und so ist das Empatherapeutchen Kontext auch und Sie bemühen sich das bestmöglich hinzukriegen.
00:32:41: und mit der Sichtweise gehe ich daran.
00:32:43: Ja klar wir haben ein gemeinsames Ziel sozusagen genau.
00:32:47: Und wie ist es?
00:32:48: Also nur, um mal vielleicht dass die Leute hier keine Angst haben vor so einem angehörigen Gespräch.
00:32:53: Wie ist das wenn ich jetzt als Patientin, sagen wir ihnen eine ganz viele Sachen anvertraut habe, die auch für meine Partnerschaft vielleicht nicht ganz unwichtig wären und dich aber gar nicht so kommunizieren möchte weil sie vielleicht jetzt sehr intim sind oder beim Therapeuten bleiben sollen.
00:33:06: Ist mit bestimmten Befürchtungen da, dass dann was rausgeplaudert werden könnte wo man sagt oh, das wollte ich gar nicht, dass mein Angehöriger das jetzt so mitkriegt.
00:33:14: Wie wird das vorher besprochen?
00:33:16: Also stellen Sie sich vor, sie wären bei mir in Behandlung.
00:33:18: Ja?
00:33:19: Auf meiner Depressionstation, Sie würden sich Ihnen wirklich netten Patienten verlieben und es wäre zu mehr gekommen als nur Verlieben.
00:33:27: Ich bin nicht als Therapeut am Schweigepflicht gebunden.
00:33:29: Wenn Sie mit Ihrem Partner kommen, erfährt er davon nichts!
00:33:33: Das heißt die Schweigepflicht gilt auch im Paargespräch.
00:33:37: Sehr wichtiger Punkt.
00:33:38: Und ich muss natürlich ... wenn ich jetzt sexualpsychotherapeutisch arbeite... Die kommen in eine sexuelle Funktion, ich kriege irgendwelche Geheimnisse mit und die sind wichtig.
00:33:50: Dann muss man mit der Patientin vorbesprechen.
00:33:54: darf ich sie überhaupt sagen?
00:33:56: Und wenn die mir sagt nein dann bleibt das Nein auch bestehen Ja.
00:34:02: Okay, das ist für mich schon wichtig weil ich glaube viele auch bei anderen Themen kenne ich dass das Angehörigen Gespräch hier so ein bisschen oh Gott nicht, dass da was Falsches gesagt wird und dann gibt es halt ja mehr Ärger als vorher.
00:34:12: so ne?
00:34:13: Das
00:34:13: kenne Ich als Befürchtung.
00:34:14: Da muss man als Therapeut darauf achten.
00:34:15: also ich will ja nicht die Depression verschlechtern sondern ich bin ja quasi an dieser Stelle auch Anwaltvertreter meiner Patientin Und so sehe ich mich auch Im stationären Kontext, im pateraportischen Kontext.
00:34:32: Wenn beide gleichzeitig zum Ersttermin kommen bin ich quasi Anwalt des Paares und jedes einzelne.
00:34:40: Wie ist es eigentlich bei Paterapie jetzt wenn wir das gerade noch ansprechen?
00:34:44: Also es kommt ein paar gemeinsam zur Partherapie.
00:34:47: machen Sie dann auch mit den Einzelnen auch Gespräche oder sagen sie mir dass alles nur paar Weise?
00:34:54: Es geht beides.
00:34:56: Es geht beides, es gibt verschiedene Sichtweisen wie man damit umgeht.
00:35:03: Wir sprechen von der Anamnese also von den Erstgesprächen um zu verstehen welche Entwicklung haben die gemacht?
00:35:10: Wo könnte die Ursache der sexuellen Schwierigkeit da sein und wo kann das herkommen?
00:35:15: Ich kann es als Paar-Anamnise machen Dann bekomme ich eher mit wie die Interaktion im Paar ist.
00:35:21: Das ist total spannend.
00:35:24: oder ich kann es als Einzelanamnese machen, dann bekomme ich eher Geheimnisse mit die möglicherweise wichtig sind.
00:35:31: Aber ich bekomme weniger die Paarinteraktion mit.
00:35:33: Beide Wege sind richtig beide gehen, man muss das Therapeut nur klar sein.
00:35:39: wo mein blinder Fleck ist und ich mache's im Erstgespräch entscheide Ich mich welchen Weg ich gehe.
00:35:46: wenn ich merke da scheint irgendwas zu sein was hier nicht auf dem Tisch kommt in die Einzelanamnesen und wenn ich merke, boh die Pardynamik interessiert mich mehr dann mache ich eine Paar-Anamnese.
00:36:00: Wichtig ist auch bei den einzelnen Nesen was wir eben schon hatte.
00:36:03: Ich erzähle das natürlich nicht im nächsten Gespräch der Partnerin.
00:36:07: Also da die Schweigepflicht ist immer entscheidend Die ist immer da
00:36:11: Okay Und dann würde aber die Therapie in der Regel eher mit dem Paar weitergehen.
00:36:15: also man wird es eine Anamnise machen Aber später würden sie
00:36:21: Gespräche gehen?
00:36:22: Genau, also es gibt verschiedene Philosophien von Sexualpsychotherapie.
00:36:27: Die Philosophie mit der ich groß geworden sind ist dass die Kommunikation im Paar gestört ist.
00:36:33: aufgrund der sexuellen Herausforderung kommt auf an woher die kommt und wir arbeiten quasi für Verstehensexualität als nonverbales Kommunikationsmittel in Paar und deswegen arbeiten wir mit dem Paar.
00:36:45: Wir
00:36:45: sind ja jetzt ganz schön weit weggekommen durch die sehr interessanten Themen in der Sexualtherapie, Parberatung und so weiter oder Parttherapien.
00:36:52: Noch mal vielleicht zurück zur Depression?
00:36:54: Was ist wirklich wichtig im Sinne der Sexualität für die depressiven Patienten zu wissen sozusagen?
00:37:02: Also wenn man so ein Take-Home-Mesh jetzt mitgeben möchte da möchte ich sagen sexuelle Schwierigkeiten um das Gefühl zu haben keine Emotionen mehr für die Partnerin zu haben ist ein klassisches Symptom der Depression.
00:37:19: Bitte davon nicht verunsichern lassen, sondern das geht wieder weg.
00:37:26: wenn die Depression verschwunden ist und wenn man sich dann als Paar entfernt hat was da passieren kann Dann gibt es durchaus ganz einfache Sexualberatungs-Paarberatung Ansätze die jetzt kein große Therapie bedeuten um wieder näher aufzubauen, die man sozusagen teilweise auch alleine in der Selbsthilfe miteinander machen kann.
00:37:51: Also ich möchte an der Stelle Hoffnung mitgeben dass eine Partnerschaft eine Depression überleben kann und auch gestärkt daraus hervorgehen kann.
00:38:00: Ja, schön.
00:38:01: Vielen Dank!
00:38:02: Das waren keine Super-Tech-Home-Message, dann können wir vielleicht mal zu unserem Buchtipp überleiten.
00:38:08: haben Sie vielleicht ein Buch was Sie empfehlen?
00:38:09: Was sowohl die Patienten lesen soll oder aber auch die Therapeuten, die jetzt zugehört haben Oder zwei Bücher wie sie mögen.
00:38:16: Vielleicht haben Sie da etwas was Sie uns geben
00:38:23: könnten.
00:38:26: Also ich kann drei gute Autoren empfehlten und dann kann man sich gucken was man für ein Buch sich holen möchte.
00:38:33: Der klassische Sexualtherapeut ist David Schnarch.
00:38:37: Toller Therapeut, tolle Ansätze.
00:38:42: Dann mit sich hat gute Bücher sind von Esther Perrell.
00:38:44: die hat auch einen guten Podcast auf Englisch kann ich nur empfehlen und was ich ganz gut finde sind die Bücher von Ulrich Clemens.
00:38:51: das ist sozusagen der deutschlandweit der bekannteste Sexualtherapell.
00:38:56: Okay dann werden wir das natürlich auch wieder in die Show lospacken Und vielleicht hätten Sie dann noch eine Studie, ein Review oder einen schönen Artikel.
00:39:04: Ich gebe dir meinen kleinen Hinweis an Themen die alle lesen sollten, die heute hier zuhören wenn sie mit mir das Fachthema interessieren.
00:39:14: Tipp aus unserem Wissenschaftskontor.
00:39:19: Das alle lesEN sollen weiß ich nicht!
00:39:20: Ich habe mal Titel dazu geschrieben, es ist im Nervenarzt erschienen.
00:39:25: kann man wahrscheinlich auch in die Shownot setzen.
00:39:27: M-hm,
00:39:27: machen wir.
00:39:28: Genau!
00:39:29: Okay der ist von Ihnen der Artikel, ne?
00:39:30: Falls ihr im Motor gegangen bist.
00:39:32: Ja vielen Dank und dann stellen wir ja immer am Ende noch mal unsere persönliche Frage was kann mir denn über sie noch erfahren was Sie vielleicht für ein Geheimnissen zu verraten haben wenn sie nicht als Privatdozent unterwegs sind.
00:39:46: Persönliche Frage Ich weiß gar nicht ob ich Geheimnisse habe also keine Ahnung.
00:39:55: Also vielleicht ein Lebensmotto.
00:39:57: Ich liebe den Genuss.
00:39:59: Und ich finde, ihm hier und jetzt zu leben und mit bestimmte Dinge zu genießen wirklich schön!
00:40:05: Das kann leckeres Essen sein das kann schöner Spaziergang in der Natur sein mit Sonnenuntergang das kann gemütlicher Sexualkontakt sein.
00:40:14: es gibt so viel Genussvolles und das ist das was ich mag.
00:40:18: Das ist noch eine Take home, das ist sozusagen für alle die zugehört haben.
00:40:21: Weil das kann man ja nur allen raten auch so zu leben oder?
00:40:25: Ja es fällt schwer ne also ich glaube dass hört sich so einfach an.
00:40:28: Es ist immer ein bewusste Entscheidung die im beruflichen Stress mit Sicherheit verloren geht.
00:40:33: aber sich ab und zu mal so vorzustellen man lebt ihm hier und jetzt uns achtsam den Moment auch den kleinsten Moment bewusst genießen ist echt schön Super.
00:40:47: Vielen, vielen Dank!
00:40:48: Es war sehr interessant.
00:40:48: Ich denke vielleicht können wir noch mal ein Podcast machen zum Thema Sex-Walltherapie?
00:40:52: Ich hätte da noch ganz viele Fragen aber ich glaube dann wird es zu lang.
00:40:55: Ich würde mich gerne machen.
00:40:56: Danke schön.
00:40:57: Vielen
00:40:58: Dank.
00:40:58: Das war Psyche Today der Podcast der Blumenburg Privatkliniken.
00:41:03: an unseren Standorten in Seelend Hamburg und Frankfurt stehen wir ihnen mit modernsten Therapien und individueller Betreuung zur Seite.
00:41:11: erfahren sie mehr unter www.blumenburg.com.
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