Schmerz lass nach: Was Schmerztherapie leisten kann
Shownotes
Chronische Schmerzen verändern oft weit mehr als den Körper: Sie beeinflussen Alltag, Beziehungen, Selbstbild und Lebensqualität. In dieser Folge von PsycheToday spricht Dr. Stephanie Grabhorn mit Patrick Schlösser-Hanenberg über moderne Schmerztherapie und darüber, wie Betroffene wieder mehr Selbstwirksamkeit entwickeln können.
- Warum chronische Schmerzen nicht nur körperlich zu verstehen sind
- Welche Rolle Psyche, Emotionen und frühere Erfahrungen im Schmerzerleben spielen können
- Weshalb erfolgreiche Schmerztherapie nicht immer Schmerzfreiheit bedeutet
- Wie Patientinnen und Patienten lernen können, dem Schmerz weniger Raum im eigenen Leben zu geben
Für wen ist die Folge interessant?
Für alle, die chronische Schmerzen besser verstehen möchten – ob als Betroffene, Angehörige oder Fachinteressierte – und die nach Wegen suchen, Schmerz ganzheitlich einzuordnen und neue Strategien für mehr Lebensqualität zu entwickeln.
Jetzt reinhören und mehr erfahren über moderne Schmerztherapie, den Zusammenhang von Körper und Psyche sowie Wege zu mehr Selbstwirksamkeit im Umgang mit chronischen Schmerzen.
Wissenskontor & Buchtitel
Butler, David S., and G. Lorimer Moseley. Schmerz verstehen: Die revolutionäre Sichtweise auf Schmerz. NOI Group Publications, 2015.
Van den Berg, Frans, et al. Schmerz – eine Herausforderung: Schmerzen verstehen und bewältigen. Springer, 2018.
Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. https://www.schmerzgesellschaft.de/
Zu Gast
Patrick Schlösser-Hanenberg ist psychologischer Psychotherapeut und arbeitet in der Asklepios Paulinen Klinik im Bereich der multimodalen Schmerztherapie. In seiner therapeutischen Arbeit beschäftigt er sich mit chronischen Schmerzen, psychologischen Einflussfaktoren auf das Schmerzerleben und der Frage, wie Patientinnen und Patienten trotz anhaltender Beschwerden wieder mehr Handlungsspielraum, Lebensqualität und Vertrauen in den eigenen Körper gewinnen können.
PycheToday – Der Blomenburg Podcast
Dr. Grabhorn, ärztliche Direktorin der Blomenburg Privatkliniken, spricht mit Experten:innen über aktuelle Themen aus dem Bereich der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Jeden Monat erwarten Sie neben spannenden Fachinterviews & Diskussionen mit bekannten Expert:innen, fachliche News, spannende Buchtipps sowie Anregungen aus unserem Wissenschaftskontor.
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Transkript anzeigen
00:00:05: Unser Ziel ist niemals den Schmerz weg zu machen, sondern vielleicht wieder wirksamer zu werden oder den Umgang damit zu lernen und irgendwie damit in Berührung zu kommen.
00:00:16: Und vielleicht darunter legende emotionale Themen zu begreifen oder Traumatisierungen also sozusagen wo auch was hängt nochmal zu begrafen und zu verstehen.
00:00:29: Der Podcast mit den aktuellsten Informationen rund um Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie.
00:00:36: Hallo und herzlich willkommen wieder zu einer neuen Folge von Psycho Today.
00:00:40: Ich bin Stefanie Grappon, ärztliche Direktorin der Blumenburg Privatliniken Und wir sprechen heute mit dem Herrn Schlösser Hahnberg Von der Asclepius Pauline Klinik.
00:00:51: Das ist eine Schmerztagesklinik und dementsprechend werden wir heute über Schmerzpatienten im psychotherapeutischen Behandlungsalltag sprechen.
00:00:59: Wir wollen natürlich auch wieder wissen wie Schmerzen vielleicht durch Psychotherapie beeinflussbar sind was einem multimodale Schmerztherapies und welche Schwierigkeiten man in der Behandlung vom Schmerzerleben haben kann.
00:01:10: Und dann besprechen wir natürlich wieder, wie immer, ob es Studien gibt und welche Bücher man lesen könnte und gehen da in die Tiefe.
00:01:18: Ja Herr Schlösser-Hanberg vielen Dank dass Sie hier sind und mit uns Zeit verbringen werden und wir sie so viel fragen dürfen!
00:01:25: Ich freue mich hier zu sein.
00:01:27: Genau vielleicht stellen Sie sich für unsere Zuhörerinnen einfach mal kurz selbst vor das ist meistens besser als wenn ich das versuche.
00:01:35: Ich bin psychologischer Psychotherapeut und habe mich seit meiner Approbation spezialisiert im Bereich Schmerzen.
00:01:45: Und gerade meine Schmerz-Weiterbildung beendet, und ich bin bei der Psychotherapeuten Kamerhessen jetzt auch gemeldet als spezieller Schmerzzychotherapeut.
00:02:03: Meine Grundausbildung ist eine tiefen psychologische fundierte Psychotherapie.
00:02:11: Und ich habe schon sehr viele Methoden auch im Bereich des Traumaterapeutschen, Hypnotherapeutischen und systemischen Therapien mit Fließen ein in meine Konzepte und meiner Arbeit.
00:02:27: Das sind ziemlich breite Ausbildungen die Sie da haben Das alles jetzt in Ihren Alltag einzubringen, vor allem mit Schmerzpatienten.
00:02:35: Wie ist denn so Ihr Alltag?
00:02:36: Vielleicht dass wir ein bisschen vorstellen können was sind das?
00:02:38: Patienten die zu Ihnen kommen?
00:02:40: all die Patientinnen haben schon verschiedene Therapien hinter sich meist unimodale wie Einzel Physiotherapie.
00:02:50: manche haben schon auch Osteopathie oder auch einzelne Psychotherapie hinter sich schon verschiedene Behandlungsansätze probiert und wir sind dann im Grunde mit unserem multimodalen Ansatz versuchen, wir ganzheitlich den Menschen zu betrachten.
00:03:11: In welchem Leben steckt der Mensch noch wo jetzt gerade die Schmerzen sind?
00:03:16: Und versuchen eben mit diesem multimodalen Team was aus Ärzten besteht Aus Physiotherapeuten aus Psychotherapeutinnen ganzheitliche eben zu schauen, was sind im Grunde die Ansätze?
00:03:35: Wo können wir den Patienten unterstützen?
00:03:36: auf welcher Ebene können wir dem Patienten unterstützen.
00:03:40: Da hätte ich das jetzt später gefragt aber da gerede ich gleich mal rein in das.
00:03:43: Was ist eine multimodale Schmerztherapie?
00:03:46: also haben ja viele Zuhörer die professionell sind und die das sozusagen schon ein bisschen kennen und trotzdem oft auch nicht wirklichen Vorstellungen davon haben was es eigentlich genau bedeutet.
00:03:56: Und natürlich haben wir auch Laien, die uns zuhören und die denken multimodal.
00:03:59: Was soll das überhaupt heißen?
00:04:00: Vielleicht können wir das ein bisschen praktisch machen wie wenn ich jetzt zu Ihnen kommen würde und sage Ich habe jetzt total Schmerzen und mein Arzt hat gesagt ist wahrscheinlich auch irgendwie psychisch bedingt und ich werde aufgenommen in ihrer Tagesklinik.
00:04:11: was machen Sie denn dann alles mit mir?
00:04:12: weil ich jetzt mit der Fantasie bin ich hab schmerzen erst mal Wie machen sie dir es weg sozusagen für meinen Wohlstand?
00:04:22: Also die Patienten rufen bei uns an und werden dann erstmal von Menschen, von Pflegekräften, die sich da spezialisiert haben in der Richtung.
00:04:34: Und auch eine Grundausbildung haben im einmalpflegischen Bereich aber auch eine psychiatrischen Bereich haben und im Grunde auch spezialisiert sind, im Schmerzbereich werden sie recht ausführlich am Telefon schon interviewt was schon alles geschehen ist.
00:04:52: Was war schon vorhinein?
00:04:54: Welcher Diagnostik ist schon gelaufen?
00:04:57: gibt es MAT also bildgebende Verfahren?
00:05:00: Und wenn das alles schon gelaufend ist bekommen die von uns einen recht ausfülllichen Fragebogen der deutschen schmerzgesellschaft wo sie nochmal auch das, was Sie alles über sich wissen zusammenfassen und uns dann zur Verfügung stellen mit all den Befunden.
00:05:19: Dann werden die Patienten eingeladen zum Assessment.
00:05:22: Das ist ein Vormittag der dauert einen Assessment Tag also ein Vomittag, wo die Patienten so durch einmal recht ausführlich bei bei der Physiotherapie aufgenommen werden.
00:05:36: Die machen Übungen, da schaut sich ein Physiotherapeutin die auch spitzt also eine Weiterbildung hat in dem Bereich an was... Was sind die Beschwerden?
00:05:44: Wo sind die Grenzen?
00:05:46: Eine Ärztin schaut sich ganzheitlich an welche Medikation ist schon probiert worden?
00:05:51: und dann eben bei mir ne Stunde oder fünfzig Minuten werden sie aufgenommen und wie welche?
00:05:59: in welchem Leben steckt denn der Patient noch?
00:06:03: Welche Einschränkungen gibt es von einer psychologischen Seite?
00:06:13: Welche sozialen, vielleicht auch Konflikte?
00:06:15: wie geht Partnerschaften.
00:06:17: Wie geht das Umfeld mit den Schmerzen um?
00:06:20: Wie ist die berufliche Situation?
00:06:22: und eine ganz wichtige, dass wir uns anschauen wo sind im Grunde, die vielleicht... Wo hakt's?
00:06:32: Bedürfnisse, die erfüllt sind oder nicht erfüllt.
00:06:35: Wo sind auch Emotionen?
00:06:36: Die sich durch den Schmerzausdrücken so?
00:06:43: das ist dann meine Brille, die ich dann aufsetze an der Stelle.
00:06:46: und multimodale Schmerztherapie bedeutet, dass all diese Fachgruppen zusammenkommen und sich immer wieder austauschen und ihre Sichtweisen dem Patienten zur Verfügung stellen, dass eben alle die Ebenen berücksichtigt werden.
00:07:05: Das sind ja in der Regel dann chronische Patienten, also chronische Schmerzpatienten die wahrscheinlich kommen weil sie ja schon länger diese Erfahrung gemacht haben durch alle möglichen Therapien beziehungsweise Diagnostik durchzugehen.
00:07:16: es ist ja aus der Patienteperspektive manchmal auch schwierig einmal zu verstehen dass das eine psychische Komponente haben kann und auf der anderen Seite auch die Abgrenzung hinzubekommen, wenn ich doch Rückenschmerzen habe.
00:07:29: Und ich habe auch ein bisschen was an der Bandscheibe.
00:07:31: Warum soll ich denn dann jetzt immer so sehr auf die Psycho achten?
00:07:36: Wie bringen Sie das nahe?
00:07:37: Und wie erklären Sie denn dieses Modell eigentlich Ihren Patienten?
00:07:41: Meist fangen wir an, dass ich überhaupt mal definiere, wie ich Psychologie verstehe.
00:07:48: Dass ich sage, was bedeutet Psychologie Welche also Psychologie bedeutet und das ist für mich die einfachste Definition, die ich so gelernt habe von einer Supervisorin sich zu beschäftigen mit Gedankenmustern, Gefühlsmusttern und Verhaltensmustdern.
00:08:10: Und da sage ich dem Patienten im Grunde recht klar, dass das völlig menschlich ist und wenig zu tun hat damit, hat jemanden Dachschaden oder nicht?
00:08:21: jeder Mensch fühlt ob Männlein oder Weiblein, jeder Mensch hat Gedanken und jeder Mensch verhält sich.
00:08:30: Und es gibt da so ein Phänomen dieser Schmerz im eigenen Körper und der löst irgendwie Gedanken aus, der lözt irgendwie Gefühle aus, er löst Verhaltensmuster aus.
00:08:43: Und meist eben die Verhaltungsmuster, die vielleicht kontraproduktiv sind entweder schon Verhalten Menschen gehen in die Überforderung, sowas Gedankenmuster dass der Stück weit vielleicht anfängt am Selbstwert oder der eigenen Identität zu zweifeln.
00:09:06: Oder Gefühlsmusse das Wut Ärger Angst vielleicht oder depressive Gefühle.
00:09:13: im Hintergrund sind all die Ebenen, die stelle ich dem Patienten zur Verfügung und versuche den Patienten dort ins Boot zu holen.
00:09:24: Und kann natürlich versuchen zu signalisieren dass ich nachvollziehen kann das es erstmal nicht naheliegend ist zum Psychodoktor zu müssen der irgendwie nach dem Dachschaden schaut oder wo's rein regnet oder so.
00:09:46: Ja, ich finde sozusagen da das ist der erste Schritt mit dem Patienten überhaupt ins Arbeiten zu kommen auch seine Welt zu verstehen oder verstehen zu wollen und welche Geschichte er schon mitbringt vielleicht auch unschöne Erfahrungen mit Ärzten oder wo dann der Facharzt gesagt hat sie sollten mal zum Psychotherapeuten oder Psychologen gehen.
00:10:10: Das wird oftmals nicht so angenehm erlebt als Rückmeldung vom Patienten.
00:10:17: und das umgrund auch zu sagen, dass ich das nachvollziehen kann.
00:10:22: Dass das vielleicht nicht naheliegend ist wenn es doch weh tut und das doch handfest ist wo's wehtut und dort vielleicht auch Schwierigkeiten sind und so der Ruf nach Diagnostik- und Ursachenforschung oftmals recht lautes
00:10:45: Der Wunsch nach Diagnostik?
00:10:46: Na klar, weil kann ich verstehen.
00:10:48: Man denkt ja immer vielleicht ist ja doch was übersehen worden.
00:10:51: Vielleicht habe ich ja noch etwas anderes, das den Schmerz mitbegründet und es ist oft auch so dass Patienten nicht gar nichts haben.
00:10:58: also die haben ja oft sagen wir einen Schmerzen der vielleicht auch somatisch bedingt sein kann aber auch eine psychosomatische Überlagerung.
00:11:06: Wie geht man dann damit um in der Therapie, wenn da doch immer wieder dieser Bewegung in Richtung... Wollen Sie mich nicht doch noch mal schicken zum Orthopäden oder wo auch immer?
00:11:18: Oftmals lasse ich dem Patienten genau diese Freiheit.
00:11:22: Ich weiß vielleicht nochmal darauf hin, welche Diagnostik schon geschehen ist, dass vielleicht der fünfte Orthopede vielleicht auch nichts findet.
00:11:34: Aber im Grunde dem Patienten auch die Freiheit zu lassen, ja ist es vielleicht doch auch was Körperliches.
00:11:44: Und parallel eine Welt der Psyche vor diesem Hintergrund der Definierung zur Verfügung zu stellen und dann auch zu schauen welche Überlagerung könnte es geben?
00:12:02: gibt es Schwankungen im Schmerz.
00:12:04: Und was sagt das über den Schmerzaus, wenn ich den Schmärze in manchen Situationen mehr wahrnehme als in anderen Situationen?
00:12:13: Das sagt das etwas über mich oder den Schmersaus und die Bedürfnisse, die dahinter stecken?
00:12:18: also versuche ich Unterschiede einzuführen und sozusagen recht flott bedürfnisse menschliche Bedürftnisse dem Patienten zur Verfügung zu stellen wo es vielleicht noch Ansätze geben könnte.
00:12:39: Und verweist oftmals auch, und das ist so der Segen auch im multimodalen Setting zu wissen okay ich kann die Patienten auch eine Tür weiter zum Arzt schicken, der am Grunde dann auch nochmal sagen können sie machen würde aber vielleicht gar nicht so viel bringen auch so dann immer ein bisschen die Frage gestellt wird.
00:13:05: Okay, was bedeutet das für unsere Zusammenarbeit?
00:13:07: Wenn Sie doch sagen okay wir könnten nicht die richtigen sein und jetzt da ist uns immer wichtig so das biopsychosoziale Modell immer im Hintergrund mit laufen zu lassen auf einer biologischen Ebene.
00:13:24: Ich zum Beispiel sage ich kann als Psychotherapeut nie ganz Ausschließend ist es nicht doch auch was körperlich sein kann.
00:13:34: Und biete aber auch eine alternative Erklärung an, wo Gedankenmuster gefühlsmuster Verhaltensmuster viel mehr im Vordergrund stehen könnten.
00:13:48: Wie erklären Sie denn dem Patienten das Sein Schmerz überhaupt psychisch sein kann?
00:13:53: Also aus psychischen Gründen entstanden sein können?
00:13:56: haben sie da eine Erklärungen die so ihr Standard Erklärungsmodell ist?
00:14:00: in dem Fall, weil klar die Frage kommt doch bestimmt auch ja wie soll das denn sein dass ich jetzt dauernd was ich Rückenschmerzen habe und erfinde dann nix der orthopäde.
00:14:09: Wie sollen das jetzt gehen?
00:14:10: Dass sich das das ist aus meiner pysche kommt
00:14:14: so wird sozusagen oftmals von den ärzten im grundedien der knoße gestellt.
00:14:18: es kommt von der pyscher
00:14:20: Ja, aber auch von Patienten.
00:14:23: Mein Arzt hat gesagt... Das kommt jetzt irgendwie von der Psyche so und sie mir immer erklären was das heißt.
00:14:30: Was heißt das genau?
00:14:31: Von der Pysche?
00:14:31: und dann frage ich schon recht genau, was bedeutet das für den Patienten dass es von der pysche kommt.
00:14:40: wo drehe auch manchmal den spieß um und frage dem patienten was bedeutet ist Was würde es bedeuten, wenn es nicht von der Psyche kommt?
00:14:50: Das ist so oftmals meine Frage.
00:14:52: Oder immer wieder auch zurückruder mit den Patienten des Bedürfnis nach Orientierung, nach Kontrolle, nach Verstehen, nachverständnis, nach Gesehenwerden anerkannt werden und soweit auch immer wieder das so zu markieren.
00:15:12: So versuche ich dem Patienten immer wieder einzuladen.
00:15:15: Manche Patienten bleiben vier Wochen bei uns und sind am Schluss wahnsinnig enttäuscht.
00:15:21: Und das lasse ich den Patienten auch, weil im Grunde gemessen an sozusagen der Schmerz ist weg... ...und man hat die Ursache wirklich beider Wurzel gepackt.
00:15:33: Sag' ich meist auch sowas wie Ist es wirklich nur zweite Wahl was wir machen?
00:15:39: Weil wir sozusagen die Schmerzen.
00:15:44: unser Ziel ist niemals den Schmerz weg zu machen, sondern vielleicht wieder wirksamer zu werden oder den Umgang damit zu lernen und damit in Berührung zu kommen.
00:15:54: Und vielleicht darunter legende emotionale Themen zu begreifen oder Traumatisierungen also sozusagen wo auch was hängt nochmal zu begreiben und zu verstehen.
00:16:06: Aber das finde ich auch noch mal einen wichtigen Punkt dass man gar nicht den Anspruch hat oder auch mit den Patienten gemeinsam gar nicht mehr diesem Anspruch startet.
00:16:14: So, jetzt kommen sie nur wir machen vier Wochen multimodale Schmerze ab hier und dann gehen sie raus und dann springen Sie wieder wie ein junges Reh quasi durch die Gegend obwohl sie gestern noch Rückenschmerzen hatten.
00:16:23: also an sich ist es ja ganz anderer Anspruch einen Umgang damit zu lernen vielleicht eine gewisse Milderung nur hinzukriegen und dann eben auch wieder aktiver zu werden.
00:16:31: wenn ich das richtig verstehe
00:16:34: dass die Lebensqualität wieder steigt und der Panzer hinten eindruckert er hat, wieder mehr im Griff.
00:16:40: Und der Schmerz nicht mal im Führerhaus mitsitzt oder zumindest am Steuer mit sitzt vielleicht am Beifahrer mit fährt oder auf der Rückbank oder im Kofferraum.
00:16:51: Schönes
00:16:52: Bild!
00:16:54: Wie gibt es Patienten wo sie sagen das ist besonders gut mit denen zu arbeiten?
00:16:59: Oder umgekehrt?
00:16:59: es gibt Patienten Gruppen wo sie das Gefühl haben das ist ganz schwer.
00:17:03: die Patienten, wo die Geschichte schon oftmals sehr lange ist und wo schon viel passiert ist in der Vorgeschichte im Gesundheitssystem.
00:17:11: Die sind sozusagen... Ich glaube da ist der Schmerz für auch die Patienten schon immer wieder eine Herausforderung.
00:17:20: als Vergleich zu den Patienten, die wohnenden Unfall passiert ist und vielleicht ein einzelnes Ereignis zu Schmerzen geführt hat Zurecht zu kommen mit dieser Situation ist oftmals einfacher.
00:17:41: Also würde heißen, dass es ein bisschen leichter geht wenn man das nicht sein ganzes Leben quasi schon mit sich herumträgt sondern dass eher so wie eine kurzfristige Sache erst aufgetaucht ist?
00:17:51: Richtig!
00:17:54: Nach meiner Einschätzung würde ich das so sehen.
00:17:57: und gleichzeitig habe wir mit diesem Ansatz, diesen multimodalen Ansatz mit einem recht hohen psychosomatischen Anteil also auch sozusagen die Psycho und den sozialen Faktor zu berücksichtigen.
00:18:14: So ist meine Erfahrung sehr erfolgreich weil es dem Patienten nochmal ganz anders abholt.
00:18:22: Also es gibt Ausnahmen aber die meisten Patienten gehen irgendwie erfolgreich aus der Behandlung raus.
00:18:29: Manchmal Erfolge, wo sie nicht dachten dass Sie dort Erfolgen machen das sie sich besser abgrenzen können, dass sie vielleicht auch mehr zu ihren eigenen Bedürfnissen stehen können wiederum der Schmerz sich nicht verändert hat.
00:18:45: Ach so, dass es einen anderen, plötzlich einen anderen Schwerpunkt gibt.
00:18:48: Also man kommt eigentlich wegen des Schmerzes und merkt aber eigentlich geht's darum, dass ich mich nicht so gut abgrenze oder nicht so selbstfürsorglich bin und das habe ich dann aber gelernt in der Therapie.
00:18:57: Der Schmerz ist zwar nicht viel besser, aber ich hab was anderes mitgenommen.
00:19:02: Ich bin immer wieder fasziniert wie welche kleinen Erfolge auch zu sehen sind und ja manchmal ist der Patient trotzdem.
00:19:11: also im Anfang sei ich enttäuscht weil sich so per se an der Symptomatik nicht viel geändert hat, aber die... Der Umgang mit Sicht dem eigenen Körper den Bedürfnissen und den Emotionen doch sich maßgeblich verändert hat.
00:19:26: Ich habe da den Eindruck als tiefen Psychologe, ich auch nochmal ganz anders auch Beziehungsmuster irgendwie mit einbeziehen kann.
00:19:36: Und wie geht denn der Patient mit seinem eigenen Körper um?
00:19:40: Welche Beziehung ist er mit dem eigenen Körper und habe da oftmals den Eindruck das hat ganz viel mit auch so der eigenen Vorgeschichte zu tun.
00:19:49: Wie wurde dann mit dem Patienten in Krankheitsfällen oder mit Schmerzfällen umgegangen?
00:20:00: Und so geht der Patient auch noch erwachsenen Alter um, wenn sozusagen Grenzen erreicht sind.
00:20:07: Ich finde das ganz faszinierend an dieser Stelle.
00:20:12: Welche Art von Schmerzen oder welche Organsysteme sind in Ihrem Behandlungsspektrum oft vor?
00:20:21: Was kommt denn oft
00:20:21: vor?!
00:20:24: Die Paulinenklinik... Die hat eine Geschichte im Rückenschmerz oder Rücken-Operations, sozusagen.
00:20:33: da kommt die Paulin Klinik her und hat dort sich eine gewisse Kompetenz aufgebaut in Rückenoperationen.
00:20:43: Und haben sich damals entschieden dass sie am Grunde das ihre Angebot noch erweitern möchten um auch die Patienten, wo eine Operation erst mal noch nicht so naheliegend ist.
00:20:58: Den auch was anbieten zu können.
00:21:00: und so ist unsere Klinik entstanden aus dem Rückenschmerz.
00:21:05: Und das ist der eine Teil oder ganz viel.
00:21:08: wir haben sehr viele Patienten, die aus dem Rückenschmerzen kommen oder auch Nervenschmerzen oder Fypromyalgie.
00:21:18: Auch haben wir immer wieder vereinzelte Patienten diese Long Covid Post-Covid-Patienten, die im Grunde aus so einer Erschöpfungsthematik Schmerzen entwickelt haben oder eben auch Kopfschmerzpatienten.
00:21:35: Also wir haben ein recht breites Schmerzkompetenz uns entwickelt.
00:21:44: aber wir kommen aus dem Rückenschmerz.
00:21:47: Man geht ja davon aus, dass viele Patienten die Traumatisierung erfahren haben.
00:21:52: Also körperliche Gewalt oder irgendein andere traumatisierende Einfluss, dass das sehr oft im Körper ein bisschen platt ausgedrückt, im Körpergedächtnis gespeichert ist und da auch eine große Schmerzqualität kommt.
00:22:05: Gehen Sie da auch drauf ein?
00:22:06: Versuchen sie da was rauszufinden sozusagen?
00:22:08: Wo kommt es her?
00:22:09: Ist das eher etwas depressive?
00:22:10: Es ist eine traumatische Erfahrung.
00:22:12: Wo könnte der Schmerzen noch so sein... Teil Ursprung haben.
00:22:17: Seine Komponenten haben?
00:22:19: Ja,
00:22:19: genau!
00:22:22: Ich schaue, dass ich darauf eingehe und auch diese Komponenten mit berücksichtigen.
00:22:30: Jetzt ist diese multimodale Schmerztherapie vier Wochen und schau auch, dass wir den Patienten zumindest innerhalb der vier Wochen wieder zusammengesetzt bekommen dass ich da keine Wunden aufreise, die wir dann nicht mehr zubekommen.
00:22:54: Also irgendwelche Traumatisierung, irgendwelchen Aufzuschwemmen und dann hat der Patient die Schwierigkeit damit zurechtzukommen.
00:23:05: Aber ambulant würden sie das schon machen oder?
00:23:07: Haben Sie auch ambulante Patienten oder arbeiten Sie nur ausschließlich mit den tagesklinischen Patienten?
00:23:13: Ich arbeite ausschließlich mit den tagesklinischen Patientinnen.
00:23:17: Aber im ambulanten Umfeld, wenn man jetzt zu einem anderen Schmerz-Schwerpunkt Psychotherapeutin schicken würde der würde dann schon da ein bisschen tiefer noch mal gehen weil er ja diese vier Wochen Grenze nicht hätte oder?
00:23:29: Ja also das hoffe ich zumindest dass auch das erkannt wird und auch angegangen wird in...
00:23:38: Okay es war jetzt alles sehr viel.
00:23:39: sagen wir mal Gespräch und Kommunikation mit den Patienten im Sinne von einem Austausch sprachlich.
00:23:46: Gibt es noch andere Methoden, die Sie anwenden würden?
00:23:49: Wo Sie sagen das ist sehr hilfreich mit dem Schmerzpatienten
00:23:56: was für mich also meine Arbeit sehr hilfreich geworden ist.
00:24:04: Einmal zu schauen in welchem System hat der Patient oder die Patientin Schmerzen?
00:24:13: Welche Beziehungen hat der Patient in Partnerschaft oder auch beruflich?
00:24:19: Und wo ist dort der Schmerz anzuordnen, oder anzusiedeln.
00:24:25: Ist da auch der Schmärz zwischen also in der Beziehung zu sehen wie geht der Partner damit um?
00:24:32: Also so mehr systemisch, systemische Fragen die ich dann stelle und Ich schaue aber auch, dass ich über Körperwahrnehmungsübungen, über Atmung, über Entspannungsübung, über Immaginationsübung oder auch Klopferkupressur im DR mit Techniken immer wieder schau.
00:24:58: Auch sozusagen den Körper zu regulieren sich auch, wo der Schmerz sitzt manchmal zu entspannen oder auch Ressourcen im Körper nochmal anders zu vernetzen.
00:25:11: Den Selbstwert zu stabilisieren oder auch Einfluss zu nehmen das dass der Patient merkt, wo hat er für sich direkten Einfluß auf den Körper?
00:25:21: Wo kann er über den Atem, über die Selbstregulation Einflüss nehmen auf sich selber auf die anderen im System, wo kann er ganz anders auch einstehen für die eigenen Bedürfnisse.
00:25:39: Wir machen immer wieder zusammen mit der Pflege mache ich Rollenspiele oder irgendwie so Stuhlarbeit dass der Patient mit dem eigenen Körper anfängt in den Dialog zu kommen solche Sachen
00:25:56: Als für die, die jetzt professionell sind.
00:25:58: Sie kennen diese ganzen Begriffe natürlich.
00:26:00: ich verweise darauf dass wir es nicht alles erklären können.
00:26:03: also von EMDR bis Klopftechnik, Stuhltechnik und so können wir natürlich nicht alles zusammenfassen.
00:26:08: aber das sind spannende Methoden die man auch mal nachschlagen kann.
00:26:12: als Stichwort im Internet würde ich sagen da findet man auch Infos, weil das würde zu weit führen wenn wir das alles erklären.
00:26:19: Aber spannend was es da alles gibt und was mich noch... Also ein... Die Stichworte hat mich jetzt nochmal interessiert.
00:26:25: Ressourcen im Körper entdecken.
00:26:27: Was verstehen Sie da drunter?
00:26:29: Der Körper fühlt sich nicht immer gleich an, an allen Stellen und manche in manchen Bereichen fühlt es sich erweiter an und anderen Bereichen enger.
00:26:43: Er in manchem Bereich kann sozusagen deutlich mehr der Patientin Agil sein, beweglich sein in anderen überhaupt nicht.
00:26:53: Und wie können sozusagen all die verschiedenen Körperbereiche voneinander lernen und sich was abschauen?
00:27:01: Für mich ist da das Ziel dass verschiedene Körperregionen wie füreinander ins Gespräch kommen.
00:27:08: und nochmal ganz anders auch so der Körper nicht nur als er tut weh oder sozusagen erst irgendwie einen eine Baustelle, sondern es gibt auch ganz andere Bereiche.
00:27:22: die fühlt sich wohl.
00:27:23: Den geht's gut!
00:27:25: Da ist ne Freiheit, da ist ne Leichtigkeit vielleicht auch ne gewisse Schwere.
00:27:29: solche Sachen und so entdecke ich immer wieder mit den Patienten über Fokussierungs- und Wahrnehmungsübungen irgendwelche Körperbereiche
00:27:41: Sehr interessant.
00:27:42: Denn die Selbstwahrnehmung, genau stelle ich mir gerade so vor.
00:27:44: Die Selbstwahlnehmungen ist ja sicher eher ablehnend.
00:27:47: am Anfang also so.
00:27:48: Da tut mir alles weder will ich gar nicht so richtig hingucken und das sind eine neue Art den Körper wieder zu erleben dann?
00:27:56: Nicht nur als das Schmerzobjekt.
00:27:58: Ein
00:27:59: Stück weit auch ein bisschen hedonistisch lustvoll auch zu besetzen wieder und auch ne ganz anders in Begegnung zu kommen mit dem eigenen Körper und den Bedürfnissen des Körpers.
00:28:11: Ja, das war wirklich sehr interessant.
00:28:13: und natürlich ich weiß man könnte da jetzt in alles noch tiefer einsteigen und über alles nochmal ganz neugierig sprechen.
00:28:18: Ich habe auch schon tausend Fragen die mir einfallen würden aber wir haben natürlich noch eine begrenzte Zeit zur Verfügung und es soll ja auch unsere Zuhörerinnen erst mal vor allem Interesse wecken dass sie sagen wenn ich das will ich jetzt genauer wissen da will ich wirklich entweder selber machen oder mich da behandeln lassen oder selbst Therapeut werden.
00:28:35: Deswegen ein Buchtipp, hätten wir vielleicht einen schönen Buchtip für unsere interessierten Zuhörerinnen.
00:28:47: Ein Buch was ich sehr empfehlen kann ist Schmerzverstehen von Butler und Mosley.
00:28:54: Das ist ein schönes Buch, wo es auch für Patienten oder auch für Laien erklärt wird.
00:29:01: Was bedeutet Schmerz zu haben und wie sind so die verschiedenen Ansätze?
00:29:06: Und die Blickwinkel, die man auf Schmerzen und Schmerze verstehen kann.
00:29:12: Ein weiteres Buch ist «Schmerz einer Herausforderung von Isenberg und Norda und von Wachter».
00:29:22: Das ist auch ein wundervolles Buch, um so als erste Literatur da reinzufinden.
00:29:32: Und dann verweise ich auch gerne auf die Seite den Internetauftritt von der Deutschen Schmerzgesellschaft, die sehr schön viele Blickwinkel... zur Verfügung stellt, was hat Körper und Geist oder Körper und Psyche?
00:29:51: Wie hängen die eigentlich miteinander zusammen?
00:29:53: wie viel Psyches steckt im Körper oder wie viele Körper in der Psychie.
00:29:58: Und da sind unglaublich einfach beschrieben verschiedene für eben Patienten und Betroffene und Angehörige verschiedene Ebenen und wo sind um Grunde Kompetenz Kompetenzen auch zu suchen und Fachleute zu finden.
00:30:16: Und was wir ja auch immer gerne hätten für die Leute, die doch noch tiefer einsteigen möchten in das Thema vielleicht irgendwie einen Review oder Studien?
00:30:24: Wo kann man sich da schlau machen?
00:30:32: Dafür weiß ich auch gerne auf die Seite der Deutschen Schmerzgesellschaft, die im Grunde ganz viele Fachliteratur auf Fachliteraturen weist Studierend zusammenträgt und auch immer wieder Veranstaltung macht.
00:30:48: Okay, vielen Dank!
00:30:50: Ja und dann natürlich wie immer unsere persönliche Frage.
00:30:52: Wie stelle ich mir denn den Herrn Schlösser Hahnberg vor wenn er gerade nicht Schmerztherapeut ist?
00:31:01: Ich bin gerne in der Natur unterwegs.
00:31:10: Immer wieder hilft das mir mich zu erden und in meinen Körper zu kommen, eine gute Beziehung auch zu meinem Körper zu haben.
00:31:21: Und meine Bedürfnisse an der Stelle auch zu näheren.
00:31:27: Gerade Nachts in der Natur unterwegs zu sein ist für mich nur besonders besondere Magie gerade wenn man dann die Rehe Bellen hört, die sind so ganz eindrücklich.
00:31:42: Eindrückliche Geräusche machen Rehe in der Natur.
00:31:45: also da bin ich gerne unterwegs und kann immer wieder begeistert.
00:31:50: Okay!
00:31:50: Schleichen Sie nachts
00:31:51: durch den Wald sozusagen.
00:31:54: Hoffentlich so leise dass die Reha nicht weglaufen.
00:31:59: Ja gut, toll.
00:32:00: Das macht viel Spaß!
00:32:02: Mir macht das viel Spaß.
00:32:03: Schön also sehr interessantes Hobby nachts durch den Ball zu streifen um Rehe zu hören aber stell ich mir sehr magisch vor ja.
00:32:11: Sehr magisch?
00:32:12: Vielen vielen Dank für dieses sehr sehr interessante Gespräch und vielleicht sprechen wir nochmal über das Thema.
00:32:18: Ich hatte schon Leute die gesagt haben sie hatten gerne von manchen mit einem zweiten Teil.
00:32:22: ich könnte mir vorstellen hier könnte es ähnlich sein.
00:32:25: Vielen dank.
00:32:26: Ganz herzlichen Dank war mir eine Freude.
00:32:29: Das war Psyche Today, der Podcast der Blumenburg Privatkliniken.
00:32:34: An unseren Standorten in Seelent, Hamburg und Frankfurt stehen wir Ihnen mit modernsten Therapien und individueller Betreuung zur Seite.
00:32:42: Erfahren Sie mehr unter www.blumenburg.com.
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